27 März

Europa – Meditation Nr. 495

Verluste und Gewinne am Scheideweg 2025 (Teil 1)

Verluste? Wie man’s nimmt. Abnabeln tut weh, klar, aber es ist nötig, um zu sich selbst zu finden. Dieses Bild übertragen auf die symbiotische Beziehung Deutschlands nach dem 2. WK mit den großen Gewinner im Osten wie im Westen, bedeutet eben jetzt: nach dem blauen Wehgeschrei des übertragenen Embryos muss endlich klar Tisch gemacht werden. Schluss mit dem wehleidigen und schimpfenden Selbstgespräch! Und genauso gilt das auch nach dem rot und schwarz blubbernden Kaugummi-Gestammel des fettleibigen Coca-Cola-Rülpsers. Schluss mit dem übereifrigen und vorauseilenden Gehorsam!

Was da endlich in Mitteleuropa in die Mottenkammer gehört, ist nichts als Wortkaskaden von scheinheiliger Bruderliebe und bigottem Gesundbeten mittels Wachstum und uferloser Bereicherungsorgien. Beides sind mörderische Sackgassen, die nach achtzig Jahren endlich verlassen werden sollten/müssen.

Gewinne? Selbst verantwortlich sein zusammen mit dem Nachbarn und der Nachbarin für ein naturnahes, diverses Leben, das schonend mit dem umgeht, was die Natur uns noch zu bieten hat und nicht auf Übervorteilen und Verdrängen des Nächsten basiert.

Große Worte, in der Tat.

Und am Anfang steht wahrlich nicht der Gewinn, sondern die gemeinsame Arbeit, Reparaturen und Trockenübungen für die nachwachsende Generation: Von klein auf muss den jüngsten vor Augen geführt werden, wie reich und lebenswert dieses Europa in seiner Vielfalt ist und wie sehr es sich lohnt, dafür einzustehen. Gemeinsam. Die alten Vorbilder haben sich als Pappkameraden entpuppt. Und um das zu lernen, müssen die Köpfe wieder frei geschaufelt werden von allzu vielen sinnentleerten Dauerunterhaltungsangeboten, von der Herrschaft der kleinen Geräte über die jungen Seelen und Gehirne, damit sie lernen können, sich selbst denkend und handelnd zu begegnen und nicht mehr nur als klickende Zuschauer und Claquere.

Der gesamte Erziehungsbereich muss deshalb im Zentrum der Aufbruchsstimmung stehen: Nicht Angst vor dem bösen Wolf, sondern Freude an den eigenen Begabungen gilt es zu fördern. Es wäre fatal, jetzt Ängste zu schüren und sich klein zu machen, weil auf anderen Erdteilen Angstmacher das Sagen haben und verrostete Hegemonialphantasien aus dem Schuppen holen.

Zentrale Begriffe müssen in diesem Zusammenhang wirklich verstanden sein, um Europa nicht ein leeres Versprechen sein zu lassen, sondern als weithin sichtbarer Leuchtturm für die neu zu entdeckende Langsamkeit in allem, was das verstörte Tier homo sapiens sapiens braucht, um ein sinnvolles und friedliches Leben leben zu können. (dazu demnächst Teil 2)

All die großen Institutionen – Parteiapparate, Versicherungs- und Bankenkonglomerate – sie entfremden die jungen Menschen nur von sich selbst; ritualisiertes, vierjähriges Wahlkarussell täuscht sie über ihre marginalisierten Rollen nicht länger hinweg. Dagegen wird Teilhabe in kleineren Gremien und Entscheidungsrunden sie in ihrem eigenen Wert bestätigen können und zur Mitarbeit ermuntern.

Der Abgesang der Gesellschaftsmodelle der Vergangenheit darf zügig verklingen, in die Geschichtsbücher wandern, denn die neuen Töne müssen nicht nur von den betrogenen Betrügern, sondern auch von ihren Kindern eingeübt und ausprobiert werden – alle mit dem Rücken an der Wand. Das jedenfalls schafft Klarheit. Lamentieren Zeitverschwendung. Haben wir nicht!

Global stellen sich die alten und neuen Völker neu auf. Alles muss neu verhandeln werden. Das ist in der Tat eine radikale Wende im Selbstverständnis aller, weltweit. Aufregend, weil für einen Moment offen für Neues. Europa sollte sich jetzt zum Pionier machen, nicht zum Follower.

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